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Die Social Business Bustour der IBM war zu Gast in Wachenheim – und nun? Meine Eindrücke von dem Abend habe ich ja schon beschrieben. Jetzt gibt es auch Blogbeiträge von zwei Teilnehmern, die an dem Abend engagiert mitdiskutiert haben. Ich finde ihren Blick “von außen” auf unsere Situation in Wachenheim sehr interessant.

Den Anfang machte Tobias Potthoff, der in Münster studiert und Assistent in der “Research Group Communication and Collaboration Management” (RGCC) ist. Hier ein paar Zitate:

Es war ein Paradebeispiel wie momentan auch in der Öffentlichkeit und in der Politik über  Internet und diese Social Media diskutiert wird. [...] Web2.0 ist mehr als nur ein neuer Kommunikationskanal. Web2.0 bedeutet Dialog, bedeutet Verlagerung der Ideengenerierung und -abstimmung vom Besprechungszimmer in die Online-Community und verlangt aktive Teilnahme der Internetgemeinde – sonst geht es nicht. An letzterem hat es in meinen Augen gefehlt. Die Community hat momentan 34 Mitglieder, die Zahl der Aktiven wird geringer sein. Außerdem hat ein Konzept für die Zusammenarbeit zwischen Community und Tourismusbüro gefehlt.  [...] Beide Seiten müssen einander respektieren und es ist okay, wenn die eine Seite nicht genau weiß oder versteht, was die andere gerade macht, aber es muss Vertrauen und ein Grundkonsens herrschen. [...] Ich werde Wachenheim weiter verfolgen und drücke die Daumen für eine Vorreiterrolle in der Branche, das Potenzial ist da.

Falk Hedemann, Newsredakteur bei t3n und freiberuflicher Online-Redakteur, hat sogar bei der Weinprobe 2.0 den wahren Sinn der Social Business Bustour erkannt. Hier ein Auszug aus seinem Blogbeitrag:

Dass das anfangs schwer war und auch noch längere Zeit braucht, bis es seine volle Wirkung erzielt, war uns Busfahrern, die sich mit Social Media auskennen, natürlich klar. Ein guter Wein entsteht auch nicht an einem Tag und erfordert viel Pflege, vielfältige Arbeitsschritte und nicht zuletzt auch eine gute Portion Wissen und Erfahrung. [...]  Und spätestens hier schließt sich wieder der Kreis zu vielen anderen Stationen. Es gibt in vielen Köpfen noch sehr starke Widerstände gegen dieses Neue, was mit diesem Internet zu tun hat.  An diesem Punkt habe ich übrigens auch erkannt, worum es bei der Bustour und dem JamCamp wirklich geht: Wir alle waren als Botschafter für Social Media unterwegs! [...] Nach dem Weinfest 2.0 ging es in einer sehr dynamischen Diskussion noch um die Aufstellung der Winzer-Genossenschaft, bei der wir zu Besuch waren. Ein kurzer Blick auf die Website zeigte mir schnell, warum die Bemühungen bei Facebook und Twitter bislang ins Leere liefen – es fehlte ein Blog als zentrale Anlaufstelle. [...] Nur solche dynamischen Inhalte fesseln die Menschen heute noch und machen sie zu Stammlesern und zu Kunden.

Das sind nur kurze Ausschnitte, die kompletten Blogbeiträge sind noch viel interessanter. Bitte einfach unten klicken.

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“Sie machen hier also Change Management auf dem Dorf!” Dieser Ausruf eines Social Media Beraters (ich glaube, es war Joachim Haydecker) ist mir am stärksten im Kopf geblieben von einem insgesamt sehr spannenden und unterhaltsamen Abend. Gut,  Wachenheim hat seit Juni 1341 Stadtrechte… Trotzdem passt diese Bemerkung, denn sie greift einen Aspekt auf, der das Weinfest 2.0 in Wachenheim zu etwas Besonderem macht. So sticht die Station bei den Wachtenburg Winzern nicht nur wegen des leckeren Weins aus dem sonstigen Programm der von IBM organisierten Social Business JamCamp Bustour heraus. Die vergangenen 10 Tage haben sich die Busfahrer – rund 20 Social Media Berater, Blogger, Studenten und IBM-Experten – viele Beispiele für den Einsatz von Social Media angesehen. Sie waren bei Großunternehmen, traditionsreichen Mittelständlern, kleinen Innovationsschmieden, kommunalen Vorreitern, der Bundeswehr – und jetzt eben in einem knapp-5000-Einwohner-Ort.

Auf dem Programm stand eine Weinprobe 2.0 – mit realem Wein und Diskussionen um die Einsatzmöglichkeiten von Social Media. Dabei ging es zum einen um das Weinfest 2.0 , also unseren Versuch, mit kollaborativen Methoden zur Organisation und Belebung unseres Weinfestes beizutragen. Zweites Thema war die Frage der Wachtenburg Winzer, wie eine Genossenschaft mit begrenztem personellen Aufwand Social Media zum Austausch mit jetzigen und künftigen Kunden nutzen kann.

Schon beim Empfang in der neuen Premium Lounge der Wachtenburg Winzer fiel auf, dass dieser Teil der Bustour etwas anders läuft als die vorherigen. Hier sind die Community-Mitglieder nicht auf einer IT-Plattform zu sehen, sondern als Porträtbilder der Winzer, die ihre Trauben bei der Genossenschaft einbringen. Wo andernorts ein Vorstandsmitglied zur Begrüßung kommt, stellte bei uns Bürgermeister Torsten Bechtel den Ort vor. Während bei anderen Stationen das mittlere Management vielleicht den “Reality-Check” zwischen neuer Web 2.0-Welt und etablierten Prozessen macht, diskutierte bei uns Anne Euler, Leiterin der Tourist Information, über die Diskrepanz zwischen theoretischen Diskussionen im Web und den sehr realen Anforderungen, jedes Jahr die Organisation eines Weinfestes zu stemmen.

Nach der Begrüßung ging’s zunächst auf einer Kellereiführung durchs neue Kelterhaus der Wachtenburg-Winzer und dann zu Tanks und Fässern unter der Erde. Der erste und wahrscheinlich bleibendste Eindruck der Teilnehmer: Die größte Community bei den Wachtenburg-Winzern zur Lesezeit sind die vielen – wirklich sehr vielen – Fruchtfliegen. Gespannte Stille herrschte dann, als Geschäftsführer Albert Kallfelz uns zu den mehr als hundert Jahre alten Holzfässern und den wie zur mehrreihigen Perlenkette aufgereihten Barrique-Fässern führte.

Er besprach dann auch die Weine bei der eigentlichen Weinprobe. Da hatte ich eine persönliche Premiere: Zum ersten Mal, wenn ein Fachmann von den Aromen des Weins sprach, habe ich nicht gedacht: “Von wegen Johannisbeere, Pfirsich und ein Hauch Vanille – für mich schmeckt das nach Wein, und das ist auch gut so!” Bei dem Gewürztraminer, der zum Finale gereicht wurde, habe ich die Rosenblüten sehr deutlich wahrnehmen können. Sehr gut angekommen ist zum Beispiel auch das trockene rote Cuvée Villa (?? hätte mir das Handout mitnehmen sollen) Wachtenburg.

Zwischen zwei Weinen habe ich dann anhand von Screenshots aus diesem Blog, dem Wachtenblog und unserer Community die Geschichte vom Weinfest 2.0 erzählt. Also vom Versuch, Social Media Plattformen nicht nur zur PR zu nutzen, sondern mit Collaboration Tools auch einen neuen Weg bei Konzeption, Organisation und “Besucher Engagement” zu gehen. Für die Twitterwand im nächsten Jahr habe ich einige gute Tipps bekommen – vielleicht wird es auch ein Facebook-Flachbildschirm.

Das Thema “user generated Weinfest”, also echte Beteiligung bei der Umsetzung, ist deutlich schwieriger. Anne Euler wies ganz zu Recht darauf hin, dass der absolute Löwenanteil der Weinfest-Organisation nach wie vor bei ihr und ihren Kolleginnen liegt. Hier hat der Community-Ansatz im ersten Jahr noch keine Erleichterung bewirkt – wenn auch die Öffnung der Diskussion (offline und onine) insgesamt neue Impulse gebracht hat, die auch zum gelungenen “Turnaround” des Weinfestes beigetragen haben. Für den Weg von Interesse zu konkreten Engagement hatten auch die Social Media Experten kein Patentrezept parat. Change Management ist eben ein langfristiger Prozess, für den man Ausdauer braucht – auf dem “Dorf” genauso wie in Großunternehmen.

Ganz konkret wurde die Diskussion dann noch bei der Frage, wie die Wachtenburg Winzer soziale Medien nutzen können. Bisher twittert die Genossenschaft, und Andrea de Baat erzählte, dass sie nicht nur Einbahnstraßen-Kommunikation betreiben möchte, aber auch nicht auf jedes Posting sofort reagieren kann. Kai-Erik Fitzner von den netmedianern riet von Twitter eher ab – zu flüchtig sei das Medium. Online-Journalist Falk Hedemann brachte es auf den Punkt: Wenn Social Media, dann führt an einem Blog kein Weg vorbei. Doch wie soll man für dessen regelmäßige Befüllung sorgen? Wo finden sich Themen – und wer kann sie aufschreiben?

Da sprudelten die Anregungen nur so aus der Runde: Es geht nicht um das perfekte Posting, sondern um Geschichtenerzählen. Allein aus der Kellereiführung könnte man mehrere solcher Geschichten machen. Den Wein des Monats sollte man nicht nur ankündigen, sondern im Blog besprechen. Die einzelnen Winzer sind vielleicht keine geborenen Autoren, haben aber Spannendes zu erzählen (man frage nur einmal: Was macht das Wetter mit dem aktuellen Jahrgang?). Also sollte man sie interviewen. Zum Schreiben könnte man eine Social Media AG an einer der umliegenden Schulen einrichten (da schauten alle auf Torsten Bechtel, der außer Bürgermeister auch noch Lehrer ist).  Zum Abschluss meinte Albert Kallfelz: “Als unsere Agentur uns die Webseite eingerichtet hat, da hat sie mir auch einen Blog empfohlen. Jetzt ist mir klar, warum.”

Was hat Wein mit Web 2.0 zu tun? Darum geht es am 17. Oktober bei einer Weinprobe 2.0 in Wachenheim. Der Abend ist Teil der IBM Social Media JamCamp Bustour. In einem Tourbus, der auch zu einer Rockband passen würde, reisen Blogger, Enterprise 2.0- und Social Business-Experten, Studenten, Journalisten und IBM-Experten sieben Tage lang quer durch Deutschland. Sie wollen erfahren, wie Unternehmen und Organisationen soziale Medien einsetzen – und welchen Einfluss sie auf die Arbeitswelt der Zukunft haben werden.

Auf dem Fahrplan der Social Business JamCamp Bustour stehen Unternehmen wie SAP, BASF und Hans Grohe, Städte wie München, Köln, Münster – und eben Wachenheim (darauf bin ich schon ein bisschen stolz!). Thema bei uns ist das Weinfest 2.0 – eine recht weit gehende Verbindung von Wein und Web 2.0.

Während viele Weingüter ihre Kunden schon über facebook oder Twitter ansprechen und der Bad Dürkheimer Wurstmarkt ist zwar das größte, aber nicht das einzige Weinfest ist, das sich mit seinen Fans über facebook vernetzt, gehen wir noch einen Schritt weiter: Beim Burg- und Weinfest Wachenheim nutzen wir Social Media Plattformen nicht nur zur PR, sondern auch um das Weinfest gemeinschaftlich vorzubereiten und um Input für seine Weiterentwicklung zu erhalten. Dabei setzen wir nicht auf nur die Technologie des Web 2.0, sondern auch auf seine typischen Kommunikationsprinzipien: direkte Interaktion, Kollaboration, Transparenz.

Wie weit wir mit diesem Versuch im ersten Jahr gekommen sind und wo wir noch besser werden möchten, kann man hier im Blog nachlesen. Diese Erfahrungen werde ich unseren Gästen am 17. Oktober vorstellen, dann freue ich mich auf spannende Diskussionen.

Schließlich bringen unsere Gäste am 17. Oktober bringen jede Menge Social Business Kompetenz mit: Wir treffen Berater wie Bianca Gade (auch bekannt unter ihrem Blogtitel ChiliConCharme) und Joachim Haydecker, PR-Experten wie Frank Hamm, Lars Basche und  Falk Hedemann. Eingeladen sind außerdem renommierte Wissenschaftler und engagierte Studenten, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Ganz besonders freue ich mich auch auf zwei IBM’er: Stefan Pfeiffer, der das Thema Social Business in Deutschland voranbringt – und auch der Treiber hinter der Bustour ist – sowie Luis Suarez, dessen Blog und persönlicher Rat für mich zu den wichtigsten Inspirationen zählen. Als Gesprächspartner aus Wachenheim kommen Bürgermeister Torsten Bechtel und die Leiterin der Tourist-Information, Anne Euler.

Außerdem möchte ich die Weinprobe 2.0 für eine Wiedergutmachung nutzen: Am ersten Weinfest-Wochenende im Juni gab es ja ein spontanes Blogger-Treffen in Wachenheim, das ich nicht mitbekommen hatte (siehe Blogbeitrag: Wo ist denn hier die Twitterwall?). Ich werde die Regional- und Genussblogger, die alle aus dem Rhein-Neckar-Delta kommen, jetzt zu unserer Weinprobe 2.0 einladen. Und diesmal werde ich da sein, versprochen! :-)

Natürlich werden wir uns dem Thema Wein nicht nur virtuell nähern, sondern auch mit einer “echten” Weinprobe. Wir sind zu Gast bei den Wachtenburg-Winzern. Die machen nicht nur hervorragenden Wein sondern sind als Genossenschaft – oder, wie sie selbst sagen, Mehrfamilienbetrieb – ganz nah am Community-Gedanken.

Die vergangenen zwei Tage war ich geschäftlich in München und finde nun – Bahn sei Dank – endlich mal wieder Zeit zum Bloggen. Gestern Abend habe ich mich mit einer Freundin aus der Vorderpfalz getroffen, die seit kurzem in der bayrischen Metropole arbeitet. Sie fühlt sich sehr wohl dort, erzählte sie mir. Nur einmal habe sie bisher das Heimweh gepackt: als sie das Pfälzer Weinfest im Kaiserhof der Münchner Residenz besuchte (auf dem waren sogar die Wachtenburg-Winzer vertreten).

Da hatte ich nun gerade den warmen Sommerabend im Englischen Garten genossen, den Biergarten am Chinesischen Turm und die Surfer auf dem Eisbach bestaunt, und dann wurde mir wieder klar, dass wir auch in der Pfalz etwas ganz Besonderes haben.

Unser Burg- und Weinfest ist bestimmt (noch) nicht perfekt – so wie wahrscheinlich der Englische Garten auch nicht perfekt ist. Aber das, was an den zwei Juni-Wochenenden in Wachenheim im Ort und auf der Burg passiert ist, gefällt mir auch noch mit ein paar Monaten Abstand sehr gut.

Besonders schön fand ich, dass die recht unterschiedlichen „Locations“ alle ihr Publikum fanden. Die Wachtenburg war beliebt wie immer, im historischen Dalberger Hof trafen sich die Familien, schräg gegenüber im Weingut Manz die etwas älteren Semester, bei den Pfadfindern erinnerte die herzliche Stimmung an ein Klassentreffen, das Sekt-Schloss punktete mit ungewöhnlicher Musik und edlem Ambiente, auf dem Marktplatz funktionierte der Kompromiss zwischen Exklusivem und Bewährtem, und auf dem Rathausplatz herrschte endlich wieder Leben, je nach Band auch mal Partystimmung pur.

So war es – wie Kathrin Keller in ihrem Rheinpfalz-Kommentar treffend analysierte – nicht die eine, ganz besondere Attraktion, die den Reiz des Burg- und Weinfestes ausmachte. Nach so einem Alleinstellungsmerkmal hatten wir im Vorfeld gesucht, allerdings ohne rechten Erfolg.  Daher hatte ich ziemlich frustriert befürchtet, das Burg- und Weinfest würde mangels schlüssigen Gesamtkonzeptes in der Beliebigkeit versinken. Das ist nicht passiert, vielmehr entstand aus den Einzelinitiativen eine sehr gelungene Mischung.

Die Besucher waren dabei Teil der Attraktion. Nehmen wir zum Beispiel die Wachenheimer, die vor allem aufs Weinfest gehen, um Freunde und Bekannte zu treffen. Ständig begrüßen sich Leute, stehen in kleinen Grüppchen zusammen, verabschieden sich, nur um gleich die nächsten Bekannten zu treffen. So entsteht eine familiäre Atmosphäre, die auch die auswärtigen Besucher sehr reizvoll finden (und so weder auf dem Wurstmarkt noch auf dem Oktoberfest erleben können).

Uns Wachenheimer wiederum erfüllt es mit Stolz, wenn auch „Außergewärtische“ auf das Burg- und Weinfest kommen – und es ihnen bei uns gefällt. Einen der weitesten Wege hatte wahrscheinlich Simon Jones -  ein britischer Übersetzer und Weinfan, der in Basel lebt. Er ist seit Jahren Stammgast des Burg- und Weinfestes und hat schon seit dem Frühjahr über unseren Twitter-Account die Vorbereitungen verfolgt. Mit entsprechend hohen Erwartungen ist er nach Wachenheim gekommen.  Und auch ihm ist aufgefallen, dass  sich unser Weinfest nach dem Abwärtstrend der vergangenen Jahre wieder positiv entwickelt hat. Seine Eindrücke hat er in seinem Blog beschrieben (zum Beitrag hier klicken – ist wirklich lesenswert!).

Da Simon von dem Begriff Weinfest 2.0 etwas verwirrt war (und das ging bestimmt nicht nur ihm so!), hier nochmal eine Erklärung: Hinter dem Begriff steckt ja die Idee, die Werkzeuge des Web 2.0 und auch die Kommunikationsprinzipien (Interaktion, Kollaboration, Transparenz) auf unser Weinfest anzuwenden. Dadurch wollten wir Folgendes erreichen:

  •  im Vorfeld die Organisation des Weinfestes durch eine selbstgesteuerte Community verbessern
  • während des Weinfestes auf Web 2.0-Plattformen Werbung machen und so ein jüngeres, aktives Publikum ansprechen
  • danach aus dem Feedback, das von den Besuchern im Web 2.0  dokumentiert ist, fürs nächste Weinfest lernen

Die Community hat im ersten Jahr noch nicht ganz das gebracht, was ich erhofft hatte. Zwar haben sich mehr als 30 Leute angemeldet, und es wurden auch einige Ideen diskutiert. Bei der Umsetzung der Ideen ging die Beteiligung dann aber abrupt zurück. Hier kamen die Impulse eher auf konventionellem Weg – zum Beispiel von den Treffen der Standbetreiber auf dem Rathausplatz. Deren Einsatz lieferte sehr gute Ergebnisse, fand aber leider keinen Ausdruck in der Community. Ich hoffe, dass wir da im nächsten Jahr mehr Interaktion hinbekommen.

Einen greifbaren Vorteil hatte die Community aber doch: Der Konflikt um den Marktplatz wurde transparent. Die verschiedenen Vorstellungen – Einzelstände mit individueller Bestuhlung oder edle Möblierung unter Verzicht auf Weinstände – wurden in der Community beschrieben und zumindest mal andiskutiert. Das war eine wichtige Vorbereitung, um dann in einem persönlichen Treffen eine Kompromisslösung zu finden.

Die Web 2.0-Kommunikation während des Weinfestes hat im ersten Jahr schon ganz gut funktioniert – vor allem angesichts der Tatsache, dass ich den Weinfestblog und die @Weinfest20-Tweets als freiwilliges Engagement neben Vollzeitjob und Familie betrieben habe. Nicht nur Simon Jones hat hier das Weinfest aus der Ferne verfolgt, auch andere Leute kamen durch die Blogeinträge und Twitter-Nachrichten auf die Idee, das Weinfest zu besuchen. Dabei gab es sogar ein spontanes Treffen von Wein- und Regionalbloggern aus dem Rhein-Neckar-Delta. Ich ärgere ich heute noch, dass ich die verpasst habe (vielleicht gibt es demnächst eine zweite Chance – dazu hoffentlich bald mehr)! Wer die Geschichte vom Bloggertreffen und der Twitterwand verpasst hat, kann sie hier nachlesen.

Auf Facebook fand das Weinfest 2.0 auch schon statt – allerdings eher als zufällige Sammlung von Einzelinitiativen. Hier waren zum Beispiel die Weingüter Manz und Peter sowie die Pfadfinder aktiv. Auch das Programm auf dem Rathausplatz oder die Auftritte der Brights und der Jumpin’ Beats wurden über Facebook beworben. Außerdem gibt es eine Seite vom 39. Burg- und Weinfest, die Nils Riebeling im letzten Jahr als “Grassroots-Initiative’”  (also eigentlich ähnlich wie dieser Blog) eingerichtet hat.  So eine übergreifende Seite – vielleicht von der Tourist Information verantwortet – sollten wir auch fürs nächste Jahr einrichten. Von dort sollten wir alle anderen Facebook-Einzelauftritte verlinken – damit Interessierte nicht so durch Facebook suchen müssen, wie ich gerade bei der Zusammenstellung dieser Aufzählung :-) .

Feedback zum Burg- und Weinfest haben wir sowohl hier im Blog und über Twitter als auch über die einzelnen Facebook-Seiten bekommen. Das sollten wir uns systematisch anschauen, um Anregungen für Verbesserungen im nächsten Jahr zu bekommen. Einige Neuerungen für 2012 sind schon in der Diskussion. So hoffe ich, dass wir dann wirklich unsere Twitterwand bekommen, auf der alle live das Feedback sehen können, das Besucher gerade von iPhones oder anderem mobilen Geräten abgeben. Ideal wäre, wenn man dort auch Einträge von der Facebook-Seite anzeigen könnte. Hat jemand so etwas schon einmal gesehen?

Nicht nur für diese Frage ist es wichtig, dass wir jetzt möglichst früh mit der Planung fürs kommende Jahr anfangen. Da hoffe ich auf einen ersten Gesprächstermin im September. Online sind Ihre und Eure Ideen jetzt schon gefragt – entweder als Kommentar hier im Blog oder in unserer Community.

Heute konnte man zuerst mal sehen, warum kaum Weinfeste im April stattfinden: Dann hätte man wahrscheinlich häufiger so ein Wetter wie heute Nachmittag. Gerade hat der Landregen nachgelassen, die Sonne kommt raus, und bis man seine Familie zusammengetrommelt und auf den Aufbruch eingestimmt hat, schüttet es wieder vom Himmel.

Wir hatten dann DREI Regenschirme im Gepäck, als wir uns gegen sechs Uhr in Richtung Weinfest aufmachten.  Murphy’s Law funktionierte mal wieder: Es blieb trocken, und die Stadt füllte sich schnell mit Wachenheimern, die den ganzen Nachmittag frustriert zu Hause gesessen hatten.

Der erste Weg führte uns Hinner die Kerch, wo unsere Mädels ihr Budget wieder auf Karussell, Schiffschaukel und Ballonwerfern verteilten. Heute haben wir zu dritt immerhin mit 6 von 12 Pfeilen getroffen (eigentlich habe ich 5 gezählt, aber es gab wohl einen Ehrenpunkt für einen sehr knapp verfehlten Ballon meiner Jüngsten). Von dem avisierten weißen Stofftiger sind wir allerdings immer noch 9 Punkte entfernt. Das wird spannend morgen.

Insgesamt war das Weinfest heute Nachmittag wegen des zwar trockenen, aber kühlen Wetters etwas weniger besucht als am vergangenen Wochenende. Es waren aber auf jeden Fall genug Leute da, um eine gute Stimmung zu verbreiten. Im Dalberger Hof waren fast alle Tische besetzt – nicht ganz so dicht an dicht wie letzte Woche. Der positive Nebeneffekt: die Bratwurstbrötchen für unser Tochter kamen rasend schnell. Im Dalberger Hof serviert man übrigens nicht irgendwelche Bratwürste, sondern die von der Wachenheimer Metzgerei Hambel, die auch den Saumagen für Kohls Staatsgäste geliefert hat.

Da wir alle etwas mit Erkältungen kämpfen, brachte mein Liebster unsere Mädels zu Bett, während ich – im Dienste des Weinfestblogs – noch eine kurze Abendrunde machte. Im Hof der Sektkellerei war ich überrascht: Für ein Akustik-Duo waren “Crime & Passion” ganz schön laut. Das Programm hat mir gut gefallen: Coverversionen von Eric Clapton, Deep Purple, Cindy Lauper und Tom Petty gehen über das übliche Repertoire heraus, und der zweistimmige Gesang mit Gitarrenbegleitung kam sehr gut.

Heute schien auf dem Weinfest der Abend der Junggesellinnen-Abschiede zu sein. Ich habe drei Frauen in ulkigen Verkleidungen beobachtet, die – begleitet von einer Entourage kichernder Mädels – versuchten, anderen Gästen irgendwelchen Tinnef zu verkaufen. Eine der Gruppen stand im Schlosshof direkt vor der Band. Da waren auch einige Männer dabei, und die hatten den nüchternen Zustand schon eine Weile hinter sich gelassen. Lautstark forderten sie von der Band, “Under the Bridge” von den Red Hot Chili Peppers zu spielen. Nun mag ich sowohl Song als auch Band sehr gerne, Crime & Passion scheinen aber nicht so ein großer Fan zu sein. Der Kompromiss: sie spielten nach jeder Pause eine Strophe des Songs.

Während in der Sektkellerei die 80er und 90er gefeiert wurden, ging die musikalische Zeitreise auf dem Rathausplatz deutlich weiter zurück. Sixties-Beats mit The Brights standen auf dem Programm. Ganz ehrlich war die – mir bis dato unbekannte – Band ja nicht so weit oben auf meiner Prioritätenliste, weil eine 60er Band theoretisch auch etwas langweilig sein kann. Das die Brights alles andere als langweilig sind, habe ich aber sehr schnell gemerkt. Sie spielten die eher rockigeren Beatles-Nummern, aber z. B. auch Love Potion No. 9 von den Clovers, sehr trocken und knackig, gleichzeitig authentisch und modern. Kein Wunder, dass die Brights 2008 beim Hamburg Sound Festival offizell zur besten Beat-Band Deutschlands gekürt wurde.

Die Zwischenansagen der Band machten auch Spaß.  Gleich zu Beginn erzählte der Sänger, dass die Brights in 10 Jahren Bandgeschichte nur einen einzigen Auftritt wegen Regens absagen musste. Heute sollte kein zweiter dazukommen. Auf der Webseite der Band habe ich gerade übrigens gesehen, dass heute der letzte Auftritt war, bevor Bassist Henning Schulz “Ja ich will” sagt und die Brights bis August pausieren. Dann war das auf dem Rathausplatz also auch eine Art Junggesellenabschied.

Beim Blick auf morgen wird mir ganz wehmütig zumute: Dann feiern wir Abschied vom Burg- und Weinfest 2011. Ich hoffe sehr, dass wir es morgen endlich mal auf die Burg schaffen. Und wäre jetzt schon dankbar für Kommentare von Lesern, die das Weinfest dort oben erlebt haben!

Das Musikprogramm unten im Ort steht morgen ganz im Zeichen der Blasmusik. Von 12 bis 14 Uhre spielen bei der Sektkellerei die Parforcehornbläser Ludwigshafen. Das Parforcehorn – musste ich gerade bei Wikipedia nachschauen – ist der Vorläufer des Waldhorns und wurde ursprünglich als Signalinstrument für die Parforcejagd entwickelt, die wiederum eine Form der Hetzjagd ist, die im 17. und 18. Jahrhundert an europäischen Fürstenhäusern beliebt war.

Auch zur Gruppe der Blechblasinstrumente zählt das Alphorn – obwohl es aus Holz oder seltener aus Kunststoff gefertigt wird. Die Einteilung erfolgt hier nach der Spielweise, nicht nach dem Material. Laut Wikipedia trägt der Ton eines Alphorns je nach Landschaft 5 bis 10 km weit . Mal sehen, wie weit man die Alphornbläser hören kann, die ab 13 Uhr auf dem Rathausplatz spielen.

Um 14 Uhr greift dann Cadillac oben auf der Burg ins musikalische Geschehen ein. Die meisten Blasinstrumente gibt es wahrscheinlich von 16 bis 18 Uhr bei der Sektkellerei zu hören. Dort spielt die Stadtkapelle Bad Dürkheim Swing und Jazz. Mal sehen, wie viele der 45 Musiker in den Schlosshof passen – und ob sie es in der Lautstärke mit Crime & Passion aufnehmen können.

Nicht im Programmflyer steht der letzte musikalische Akt des Weinfestes: Um 19 Uhr beginnt bei den Pfadfindern in der Burgstraße ein Überbündischer Singeabend. Überbündisch hat dabei nichts mit den Gitarrenbünden zu tun, sondern mit verschiedenen Gruppierungen. Der Stamm Ritter von Dalberg (so heißen unsere Pfadfinder) lädt zu dem Singeabend nämlich verschiedene Pfadfindergruppen aus der gesamten Region ein.

Beim Schreiben der Vorankündigung gestern habe ich mich schon richtig auf den Freitagabend gefreut. Bei dem tollen Programm wäre das Burg- und Weinfest heute ideal für eine After-Work-Party gewesen. Allein: after work kam so spät, dass mir jetzt deutlich eher nach Bett als nach Party zumute ist.

Also keine Weinfestblog-Reportage heute? Nö, nur anders als sonst! An den Zugriffszahlen und den Abos sehe ich, dass wir mittlerweile viele Stammleser haben. Die Kommentare sind ja in den vergangenen Tagen auch richtig in Schwung gekommen. Jetzt ist es an der Zeit, den Blog für Euch alle zu öffnen. Bin mal gespannt, ob ich was zurück bekomme für die Blogbeiträge des letzten Wochenendes :-) .

Wer bis hierhin gelesen hat und am Freitag auf dem Burg- und Weinfest war: Direkt unter diesem Text kommen die Stichworte, und dann, ganz am Ende, steht “Kommentar schreiben”. Dort draufklicken und einfach loslegen! Ich freu mich schon auf Eure Eindrücke!

Nach so viel Lob fürs erste Wochenende wird es Zeit, dass endlich die zweite Runde losgeht. Ab 19 Uhr gibt es ein Wiedersehen mit Highlights vom ersten Wochenende, man kann aber auch einiges Neues entdecken.

Zuwachs auf kulinarischem Gebiet gibt es “Bei Bernd in der Waldstraße”. Hinter dem unscheinbaren Namen – und noch dazu an etwas abgelegener Stelle – verbirgt sich ein großer Erfolg des vergangenen Jahres. Der Begriff “ambitionierte Hobbyküche” ist faktisch korrekt (da sind keine Profis, sondern Enthusiasten am Werk), ist aber wohl Understatement angesichts des Ergebnisses: Alle, die 2010 dort geschlemmt haben, waren begeistert. Den Weg zu “Bernd in der Waldstraße” findet man an besten mit dem Plan auf dem Weinfest-Flyer.

Musikalisch startet auch das zweite Wochenende wieder mit einer lokal bekannten Attraktion: Die Softeggs, eine junge Coverband aus dem Raum Dürkheim/Neustadt, haben schon auf dem Frankenthaler Strohhutfest, dem Rheinland-Pfalz-Tag in Neustadt und zuletzt wieder auf dem Stadtfest in Bad Dürkheim gespielt. In ihrem Repertoire haben sie viel Rockiges (Bon Jovi, Billy Idol), ein paar Klassiker (Elvis, Deep Purple) und vieles, was auch meiner großen Tochter gut gefallen sollte (Pink, Juli, Silbermond). Mal sehen, ob “die Jugend” ihren Stammplatz auf der Weinstraße heute gegen den Rathausplatz tauscht!

Wer etwas ruhigere Töne mag, auf den wartet ein Hochgenuss in der Sektkellerei: Harald Krüger, Boogie-Woogie-Power-Pianist, und Walt Bender, eigentlich Schlagzeuger, der aber vor keinem Instrument (oder was er dafür hält) zurückschreckt. Ich glaube, da wird es auch einiges zu Lachen geben, und es wird wieder perfekt in den Schlosshof der Sektkellerei passen. Einen Vorgeschmack kann man sich hier holen.

Wer ein musikalisches Wiedersehen mit dem vergangenen Wochenende feiern möchte: auf der Burg spielen wieder Cadillac, im Weingut Manz sind wieder Peter Stein and friends zu Gast. Bei den Pfadfindern muss ich auch unbedingt vorbeischauen. Letztes Wochenende habe ich es nicht geschafft, in einem Foto festzuhalten, wie Martin Kerbeck bei den Wachtenburg-Winzern ein Dubbeglas als Trompeten-Schalldämpfer benutzte. Vielleicht bekomme ich eine zweite Chance: Die Jazzcompany Kerbeck & Stein spielt heute Abend im Pfarrhof.

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